LiveDoppelkopf

Doppelkopf- ein beliebtes altes deutsches Kartenspiel

Spielbeschreibung

Doppelkopf ist eines der beliebtesten Kartenspiele Deutschlands und ist hier zu Lande weit verbreitet, vor allem jedoch im Norden. Es ähnelt dem Skat-Spiel, wird jedoch nicht mit 3 Spielern, sondern mit 4 bis 7 Personen gespielt. Im Verlauf des Spiels stellen sich jeweils zwei Parteien heraus, die zusammen spielen. Grundsätzlich geht es beim Doppelkopf darum, möglichst viele "Stiche" zu gewinnen. Innerhalb eines Spiels können 12 Stiche gemacht werden. Bei der Spielauswertung am Ende jedes Spiels werden die Punkte der Karten, die jede Partei erspielt hat, addiert.

Meist werden so viele Spiele gespielt, dass jeder Spieler reihum einmal die Karten ausgegeben hat. Beim Doppelkopfturnier ist die Zahl der Spiele auf 24 festgelegt.

Geschichte des Doppelkopf-Spiels

Die Anfänge des Spiels sind nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich entwickelte es sich aus dem Schafkopfspiel, ein Kartenspiel, das vermutlich im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Schafkopf ist verwandt mit anderen Kartenspielen, wie L`Hombre, dem Deutsch-Solo, dem Dreihand-Schafkopf und dem Tarock, letzteres entstand schon in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts in Italien.

1982 wird der Deutsche Doppelkopf-Verband e. V. in Braunschweig gegründet. Dieser organisiert neben jährlichen Deutschen Meisterschaften mittlerweile auch ein reges Vereinsleben, und vereinheitlicht außerdem das Regelwerk. Der Verband gibt die Verbandszeitschrift "Plus Minus" heraus.

Das Schafkopfspiel war zuvor unter den Namen Societäts-, Denunciations- und Conversationsspiel bekannt. 1810 wurde aus dem Schafkopf das Skatspiel entwickelt, das ursprünglich den Namen "Erzgebirgischer Schafkopf" trug und im Erzgebirge gespielt wurde.

Aus dem "Bayerischen Schafkopf" ist vermutlich das Doppelkopfspiel entstanden.

Andere Quellen behaupten das die Ursprünge von Doppelkopf sich nur bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Wahrscheinlich sei das Spiel aus dem süddeutschen Kartenspiel "Wendischer Schafkopf" entstanden. Anfangs sollen die Spieler es "Doppelschafkopf", da alle Karten doppelt im Spiel vorhanden sind. Später verkürzte sich wohl der Name auf den heute gebräuchlichen Doppelkopf. Auch damit wäre Doppelkopf eines der ältesten deutschen Kartenspiele. Bevorzugt wird das Spiel im Norden Deutschlands gespielt, da sich im Süden der "Bayrische Schafkopf" aus dem "Wendischen Schafkopf" entwickelt hat. Regional unterscheiden sich einzelne Regeln und Varianten.

In den heutigen Regierungsbezirken Schwaben, Franken oder der Oberpfalz wurden ganz unterschiedliche Varianten gespielt.

Doppelkopf wird bis heute in verschiedensten Varianten gespielt. Der deutsche Doppelkopfverband bemüht sich seit seiner Gründung im März 1982 im Rahmen der 1. Deutschen Meisterschaft in Braunschweig um eine Vereinheitlichung der Regeln. Es gibt regelmäßige Doppelkopfturniere und Ranglisten der besten Doppelkopfspieler in Deutschland. Der Verband gibt die Verbandszeitschrift "Plus Minus" heraus.

Seit einiger Zeit findet man vermehrt im Internet Doppelkopf als Online Spiel. Dabei spielen mehrere Personen über das Internet gegeneinander Doppelkopf mit virtuellen Karten.

Doppelkopf Spielregeln

Doppelkopf ist ein Kartenspiel für 4 bis 7 Personen.

Das Doppelkopfblatt besteht aus je zwölf Karten der vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo, wobei pro Farbe je zwei Asse, zwei Zehnen, zwei Könige, zwei Damen, zwei Buben und zwei Neunen im Spiel sind; insgesamt also 48 Karten.

Der Zahlenwert der Karten ist wie folgt: Asse gleich 11 Augen, Zehn gleich 10 Augen, König gleich 4 Augen, Dame gleich 3 Augen, Buben gleich 2 Augen und Neun gleich 0 Augen. Je Farbe sind im Spiel 60 Augen vorhanden, insgesamt also 240 Augen im gesamten Doppelkopfblatt. Es gibt verschiedene Doppelkopfvarianten. Meist geht man von einem Normalspiel aus. Die Spieler können sich jedoch nach dem Ausgeben der Karten darauf einigen, welche Art gespielt werden soll. Je nach dem, welche Karten man auf der Hand hat, kann man einen "Vorbehalt" anmelden.

Die möglichen Spielvarianten sind das Normalspiel, das Solo oder die Hochzeit. Je nachdem, welche Spielart gespielt wird, werden die Spielpartner gefunden.

Doppelkopf wird mit vier Personen gespielt. Bei fünf Spielern setzt der jeweils Gebende aus. Die Karten werden vom Geber gemischt und reihum an die Mitspieler verteilt, so dass dann jeder 12 Karten besitzt. Es ist nicht von vornherein klar, wer mit wem zusammenspielt. Der wesentlich Reiz des Spiels besteht darin, herauszufinden, wer der eigene Partner ist, beziehungsweise bei schwachen Blättern, die Erkenntnis, wer mit wem spielt, so lange wie möglich zu verschleiern.

Im Normalfall treten zwei Partnerschaften gegeneinander an. Es spielen jeweils jene Spieler zusammen, die die Kreuz-Dame besitzen (Re-Partei) gegen die beiden anderen Spieler (Kontra-Partei). Es ist allerdings auch möglich, dass ein Spieler gegen die drei anderen spielt (Solo). Es ist unzulässig, durch irgendeine nicht in den Spielregeln vorgesehene Aktion anzuzeigen, ob man "mit" oder "ohne" Kreuz Dame spielt. Ziel des Spiels ist es, in den eigenen Stichen beziehungsweise in den Stichen der eigenen Partnerschaft mehr als die Hälfte aller im Spiel befindlichen Augen zu erhalten. Also haben die Spieler, die einzeln oder gemeinsam 121 Augen besitzen, gewonnen.

Doppelkopf ist ein Stichspiel. Grundsätzlich besteht im Spiel Bedienpflicht. Kann eine angespielte Karte nicht bedient werden, ist es möglich, zu trumpfen oder abzuwerfen. Werden zu einem Stich zwei gleiche Karten zugegeben, so ist stets die zuerst gespielte höherrangig.

Die beiden Spieler, die die Kreuz-Damen (auch die "Alten" genannt) besitzen, bilden beim Normalspiel die Re-Partei und die anderen beiden Spieler die Kontra-Partei.

Die Solospiele

Beim Solospiel spielt ein Spieler allein gegen die drei anderen, dabei ist der allein spielende Spieler die Re-Partei, während die anderen drei Spieler die Kontra-Partei bilden.

Damen-Solo: Alle Damen sind Trümpfe in der Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo. Es gibt demnach acht Trumpf. Alle anderen Karten sind Fehlkarten in der Reihenfolge As, Zehn, König, Bube, Neun.

Buben-Solo: Alle Buben sind Trümpfe in der Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo. Es gibt demnach acht Trumpf. Alle anderen Karten sind Fehlkarten in der Reihenfolge As, Zehn, König, Dame, Neun.

Farb-Solo einer entsprechenden Farbe: Herz Zehn, alle Damen und alle Buben sind Trumpf wie im Normalspiel. Karo As, Karo 10, Karo K und Karo 9 werden durch die entsprechenden Karten der gewählten Trumpffarbe ersetzt. Beim Herz-Solo bleibt die Herz 10 eine Fehlkarte. Es sind dann zwei Trumpf weniger im Spiel.

As-Solo (Fleischloser): Es gibt keine Trümpfe. Die Karten gelten in der Reihenfolge As, Zehn, König, Dame, Bube, Neun.

Der Spielablauf

Nach der Ausgabe der Karten erklärt jeder Spieler, beginnend bei der Vorhand (Spieler nach dem Geber), ob er "gesund" ist oder einen "Vorbehalt" anmelden will. Je nach dem Ergebnis dieser Umfrage wird ein Solo, eine Hochzeit oder ein Normalspiel absolviert. Melden mehr als ein Spieler "Vorbehalt", dann geben sie jetzt nacheinander ihren Vorbehalt bekannt, indem sie "Solo" oder "Hochzeit" sagen. Ein "Solo" ist gegenüber der "Hochzeit" der höherrangige Vorbehalt. Sollten mehreren "Soli" angesagt sein, erhält der Spieler das Spielrecht, der am weitesten vorne sitzen. Die Abfrage nach dem Vorbehalt endet, sobald einer der Spieler die Frage nach dem Vorbehalt bejaht. Danach benennt dieser Spieler den Spieltyp ("tauft den Vorbehalt").

Das Normalspiel

Wird kein Solo gespielt, bilden die beiden Spieler mit den Kreuz Damen die Re-Partei, die beiden anderen Spieler die Kontra-Partei. Neben allen Damen und Buben gehören auch die beiden Herz-Zehnen und sämtliche Karos zu den Trümpfen. Es sind somit 26 Trumpf im Spiel. Die Rangfolge der Trümpfe von oben nach unten ist wie folgt: Herz Zehn, Kreuz Dame, Pik Dame, Herz Dame, Karo Dame, Kreuz Bube, Pik Bube, Herz Bube, Karo Bube, Karo As, Karo Zehn, Karo König, Karo Neun. Alle anderen Karten sind Fehlkarten in der Reihenfolge As, Zehn, König, Neun. Es sind also 22 Fehlkarten im Spiel. Die Rangfolge der Fehlfarben von oben nach unten ist wie folgt: Kreuz As, Pik As, Kreuz Zehn, Pik Zehn, Kreuz König, Pik König, Kreuz Neun, Pik Neun, Herz As, Herz König, Herz Neun.

Bei der Hochzeit versucht derjenige, der eine der beiden "Alten", d.h. eine Kreuzdame hat im Spielverlauf denjenigen Partner zu finden, der die zweite Kreuzdame hat. Wenn ein Spieler zufällig beide Kreuzdamen hat, so muss er dies bei Spielbeginn melden oder ein Solo spielen. Falls ein Spieler die beiden "Alten" gemeldet hat, so kann auch eine Hochzeit gespielt werden. In diesem Falle ist sein Partner der erste Ausspielende, dessen Karte der Spieler mit den beiden "Alten" in der Hand gestochen hat.

Beim Normalspiel und beim Solospiel gibt es weitere Spielvarianten mit jeweiligen Sonderregelungen.

Regeln für 4 Personen

Die Karten werden vom Geber gemischt, anschließend lässt dieser vom Spieler rechts neben sich einmal abheben. Der Geber legt den liegen gebliebenen Teil der Karten auf den abgehobenen Teil und verteilt die Karten im Uhrzeigersinn an die Spieler. Dabei bekommt jeder Spieler vier mal jeweils 3 Karten ausgeteilt, so dass jeder Spieler insgesamt 12 Karten erhält. Beim nächsten Spiel wechselt die Rolle des Gebers im Uhrzeigersinn.

Nach der Phase der Spielfindung werden die Karten ausgespielt und Stiche gemacht. Der Spieler links vom Geber deckt eine seiner Karten auf und jeder Spieler muss reihum eine passende Karte aufdecken. Dabei muss jede ausgespielte Karte mit einer farbengleichen bedient oder überstochen werden. Wenn Trumpf ausgespielt wird, muss Trumpf zugegeben oder mit Trumpf gestochen werden. Besitzt ein Spieler keine entsprechende Karte, so darf er eine beliebige andere Karte spielen. Wer die höchste Karte aufgedeckt hat, bekommt den Stich. Die Rangfolge der Karten richtet sich nach der Farbe und nach der Zahl. Beim Normalspiel bilden die beiden Kreuzdamen die höchsten Trümpfe, gefolgt von den Buben, As, Zehn, König, Neun jeweils mit den Rangfolgen Kreuz, Pik, Herz und Karo untereinander. Alle restlichen Karten bilden je nach Farbe die "Fehlfarben" Kreuz, Pik und Herz, jeweils mit der gleichen Rangfolge As, Zehn, König und Neun. Die Rangfolge der Karten kann variieren, indem Trümpfe und Fehlfarben modifiziert werden oder andere Sonderregelungen getroffen werden.

Für das Gewinnen eines Spiels sind mindestens 121 Punkte erforderlich.

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